Legionellen im Trinkwasser: So lässt sich das Risiko im Einfamilienhaus reduzieren

17.08.2026

Legionellen im Trinkwasser: So lässt sich das Risiko im Einfamilienhaus reduzieren

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Legionellen im Trinkwasser: So lässt sich das Risiko im Einfamilienhaus reduzieren (17.08.2026)

EinfamilienhausViele Besitzer von Einfamilienhäusern möchten aktuell ihre Energiekosten senken. Ein großer Hebel dafür ist die Temperatur des Warmwasserspeichers. Wer die Temperatur absenkt, spart sofort bares Geld und schont die Umwelt. Oft hört man jedoch die Warnung: Achtung vor Legionellen! Müssen Sie sich nun zwischen Sparen und Gesundheit entscheiden? Die klare Antwort lautet: Nein. Mit den richtigen zusätzlichen Maßnahmen bleibt Ihr Wasser auch bei niedrigeren Temperaturen absolut sicher und hygienisch.

Legionellen sind natürliche Bakterien im Wasser. Sie vermehren sich besonders gut in stehendem Wasser bei Temperaturen zwischen 25 °C und 45 °C. Gefährlich werden sie nur, wenn sie als feiner Nebel (Aerosol) beim Duschen tief in die Lunge eingeatmet werden. Das Trinken von legionellenhaltigem Wasser ist für gesunde Menschen dagegen harmlos.

In vielen Köpfen – und alten Bedienungsanleitungen – steckt noch das wöchentliche „Legionellen-Programm“. Die Wissenschaft zeigt heute jedoch: Bei normalem Wasserverbrauch im Einfamilienhaus ist das wöchentliche Hochheizen reine Energieverschwendung.

Mit folgenden unkomplizierten Gewohnheiten können Sie sich und Ihre Familie gut vor Legionellen schützen:

1. Regelmäßiger Wasseraustausch (Kein Stillstand)

  • Das beste Mittel gegen Bakterien ist Bewegung.
  • Nutzen Sie alle Zapfstellen regelmäßig.
  • Die goldene Regel: Spätestens alle 72 Stunden sollte durch jedes Rohr einmal kurz Wasser fließen.

2. Wasserhähne im Gästebad nutzen

  • Vergessen Sie selten genutzte Räume nicht.
  • Lassen Sie dort einmal pro Woche für zwei Minuten das Wasser laufen.
  • So wird auch dieser Strang zuverlässig durchgespült.

3. Das „Spül- und Heiz-Ritual“ nach dem Urlaub

  • Nach einer Reise stand das Wasser tagelang unbewegt in den Rohren.
  • Hier macht das Hochheizen als „Krisenwerkzeug“ wirklich Sinn.
  • Das Vorgehen nach der Rückkehr: Den Speicher einmalig auf über 60 °C aufheizen, alle Hähne für einige Minuten aufdrehen und währenddessen den Raum lüften. Das reduziert das Risiko bzw. hemmt die Vermehrung.

Für eine gezielte thermische Desinfektion muss die gesamte Trinkwasserinstallation mit mindestens 70 °C heißem Wasser durchströmt werden. Nur den Speicher kurzfristig auf 70 °C zu bringen, reicht nicht. Jedoch ist eine thermische Desinfektion nur dann sinnvoll, wenn bereits eine relevante Legionellenbelastung festgestellt wurde oder eine Trinkwasserinstallation hygienisch auffällig ist.
4. Totleitungen entfernen

  • Haben Sie bei einer Renovierung alte Rohre abgeklemmt, die nun als Sackgasse enden?
  • In solchen „Totleitungen“ steht Wasser dauerhaft und wird zur Keimzelle.
  • Lassen Sie diese Leitungen von einem Fachbetrieb direkt am Hauptrohr kappen.

Energieeffizienz und Hygiene schließen sich keineswegs aus. Im Einfamilienhaus schlägt der tägliche Wasserdurchsatz die Temperatur bei Weitem. Wenn Sie das Wasser im Haus einfach im Fluss halten und nur nach dem Urlaub einmalig hochheizen, können Sie die tägliche Betriebstemperatur Ihres Warmwasserspeichers beruhigt absenken. So freuen sich Ihr Geldbeutel und die Umwelt – ganz ohne Kompromisse bei der Sicherheit.

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